Brand’s New Toy – SMS als Marketing-Traum
Nicht jede Überraschung ist eine gute Überraschung. Das erlebt man spätestens jedes Jahr zu Weihnachten, wenn man die x-te gelbe Bettwäsche von Oma geschenkt bekommt. Die Information, wo man diesen Alptraum–Verursacher umtauschen kann, wird leider nicht mitgeschenkt, zu fragen traut man sich auch nicht, weil Omi ist ein bisschen farbenblind, meint es doch aber gut. Und so stapeln sich interessant unerträgliche Farbkombinationen mit abschreckend anpreisender Bezeichnung, wie Exquisit, Edelgarn (wirklich!) usw. Vor einem Jahr, also 2005, so Nico Zorn in seinem Marketing-Blog, stapelten sich SMS im Wert von insgesamt 74 Milliarden Dollar auf den Handys weltweit. Das ist mehr, als die Einnahmen der Film- und Musikindustrie zusammen. Das allerdings ist eine gute Überraschung, zeigt sie doch das Potential, das in dieser eigentlich noch recht stiefmütterlich behandelten Werbeform liegt. Von sich Reden machen derzeit hauptsächlich schwarze Schafe, wie in den News des Telekommunikationsdienstleister Servicenummer4you.de zu lesen, die z.B. durch überteuerte Servicenummern Rückrufe provozieren. Wer mehr Informationen zu diesem Thema sucht, dem sei das Fachbuch Brand’s New Toy-Markenkommunikation mit Handy & Co empfohlen. Was die Autoren sowohl in ihrem Buch als auch in ihrem Blog als Marketing-Traum bezeichnen, kann nicht zuletzt inspiriert durch die Werbe-Realität in Japan auch für den Europäischen Markt wahr werden.
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