Loser Generated Content: Blogs verändern PR

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Um ein Booger zu sein, muss man einen guten Riecher haben. Naja, man muss mit ihm jedenfalls verbunden sein, denn “Booger” heißt “Popel”. Und irgendwie passt es sogar ein bisschen, denn auch als Blogger muss ein guter Riecher für interessante und mitteilungswerte Geschichten vorhanden sein.

Blogs und ihre Autoren sind ein zunehmend mächtiger und damit selbstverständlich wichtiger Bestandteil des Internets. Eine Tatsache, die gerade in der klassischen Werbebranche nahezu ignoriert wird. Hier steht immer noch der Kampf um Anzeigenplätze in Magazinen und Zeitschriften im Vordergrund, deren Auflagenzahlen jedoch stetig sinken, die sogar schlicht vom Markt einfach verschwinden. Tatsächlich ist es zum heutigen Zeitpunkt nicht einmal möglich, die genaue Zahl der in Deutschland erscheinenden Publikationen zu ermitteln. Das liegt zum einen daran, das Verlage in unterschiedlichen Verbänden organisiert sind, die nicht immer aktuelle Daten erfassen (oder erfassen wollen). Alle Verbände zusammengenommen, kann man heute nur von einem Schätzwert ausgehen, so gibt es circa 8250 – 9750 Titel (wissenschaftliche Titel nicht eingeschlossen).

Allein die Tageszeitungen sehen sich dabei einem massiven Auflagenschwund gegenüber, wie diese Grafik zeigt:
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(Quelle: ivw)

Auch bei den Fachzeitschriften sieht es nicht besser aus:
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Und in diesen Markt wollen Werbetreibende all ihre Kraft und Aufmerksamkeit stecken? Unbedingt einen Teil, aber doch niemals ausschließlich! Der Markt für Kommunikation ist das Internet. Warum? Na schlicht, weil jeder das Internet nutzt:
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Trotzdem wird diese Scheuklappe immer noch und dies sogar stolz herumgetragen. Hat sich das Internet zwar schon längst als Alltagsmedium etabliert ist die Nutzung für PR, zumindest bei PR-Verantwortlichen, noch lange nicht erkannt worden.

Die Medienlandschaft und damit die PR verändert sich gerade, bzw. in manchen Ländern ist diese Veränderung schon längst etabliert, siehe USA. In Deutschland ist es immer noch eine Revolution, die noch arg zu kämpfen hat. Da verbreiten Markenmacher und Werbefachmänner Begriffe, wie “Loser Generated Content” und lassen völlig außer Acht, das doch ihre einzige Aufgabe ist, ein Produkt oder einen Namen an den Mann oder die Frau zu bringen. Sollte man hier nicht ein Medium, wenn nicht bevorzugt, so doch wenigstens berücksichtigt nutzen, über das Mann und Frau angesprochen wird? Blogs sollten hier als das zentrale Organ erkannt werden. Jeder Blog hat seine Leser. Jeder Blogger hat etwas zu sagen. Jede Meinung ist wichtig und kann unter Umständen klassische Werbebanner schlicht vergessen lassen. Bei Connectedmarketing findet sich dazu ein Gastbeitrag von Stefanie Woit, der nur Kopfschütteln verursachen kann und eine ganze Szene quasi elitärer Werbeleute entlarvt. Besucht wurde der Art Directors Club Brand and Ideas Congress (ADC BIC) in Berlin . Man sprach über das Internet und hatte es doch nicht verstanden. “Army of Davids” schimpfte man Blogger und ignorierte völlig, dass Blogger Meinungsbilder sein können. Teils mächtiger und effizienter, als eine Werbekampagne es je zu sein vermögen würde.

In einem offenen Brief an die Werbebranche spricht Connectedmarketing-Betreiber (und Blogger!) Martin Oetting (der zudem die Word-of-Mouth-Marketing-Agentur trnd führt) das aus, was das ein oder andere Mitglied der altgedienten Werbeindustrie einfach nicht bereit ist zu sehen:

[..]die Menschen interessieren sich immer weniger für das, was da als kreative Glanzleistung im kleinen Kreis gefeiert, im großen aber ignoriert wird.[..]

Der große Kreis ist das Internet. Hier findet Kommunikation statt. Hier ist jeder Teilnehmer wichtig und Multiplikator einer Meinung, einer Nachricht. Dies respektvoll zur Kenntnis zu nehmen und zu wertschätzen ist ebenfalls Aufgabe von Kommunikation, die nebenbei bemerkt auch noch bezahlt wird.

Martin Oetting dazu: [..] dass all die Blogger, die sich ohne kreative Weihen und aus ihrem Keller, Schlafzimmer, dem Zug, einem Restaurant oder aus dem Supermarkt medial äußern, nichts anderes als Verlierer und Kleinkrieger sind, die eigentlich nichts zu bestellen haben, dann gibt es ein gravierendes Problem: Sie lassen jeden Respekt vor den Menschen vermissen, die Ihr Gehalt bezahlen.[..]

Bei Nichtberücksichtigung dieser Tatsache, können sich Bemühungen eine positive Werbebotschaft zu platzieren, schnell ins Gegenteil verkehren. Der Blick in Google, zu einem Produkt oder einer Firma, ist nun einmal für die Mehrheit der Konsumenten Grundlage für Kaufentscheidungen. Schnell haben sich in den Suchtreffern positive wie negative Inhalte positioniert, die Entscheidungen beeinflussen. Und da die wenigsten klassischen Werbeagenturen Suchmaschinenoptimierung anwenden oder Social Media Kanäle nutzen, ja gar verstehen, ist es umso notwendiger, wenigstens aktiv am Kommunikationsprozess teilzunehmen.

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