
Ich habe ein iPhone. Allein das geschrieben zu haben frustriert mich wahnsinnig. Mein wunderbares Sony Ericsson K750i starb leider irgendwo in einer Fahrrinne auf der Chausseestr. und damals dachte ich mir jetzt mal etwas cooles von Apple kaufen zu wollen. Sprechen ja alle so überaus positiv von Apple-Produkten. Muss ja was dran sein. Dachte ich. Jetzt allerdings weiß ich, warum alle positiv über Apple reden. Das ist Autosuggestion oder Self-Fulfilling Prophecy. Also: Wenn ich mir etwas nur oft genug einrede, muss es irgendwann zutreffen. Tja. Mein iPhone ist ein besserer Gameboy, wobei mein 20 Jahre alter Gameboy ein besseres iPhone ist. Seit über einem halben Jahr nervt mich Apple mit abstürzenden Telefon-Gesprächen, der fehlenden Möglichkeit Notizen während eines Gesprächs zu machen, Kontaktdaten aus einer SMS heraus zu speichern, der fehlenden Möglichkeit MMS zu verschicken, Klingeltöne ohne Hacks zu ändern usw. Unter Fucking iPhone ist eine gute Liste mit weiteren fehlenden Funktionen, Problemen und Nervereien des iPhones zu finden. Tatsächlich gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass Apple-Produkte reine Marketingprodukte sind. Ich hatte nämlich auch mal einen iMac. Es war nur ein 17 Zoll iMac und damals noch ohne Dual-Prozessor, aber Oldboy hat mir trotzdem keinen Spaß gemacht. Übertreibe ich, wenn ich möchte, dass ein Computer auch praktisch sein soll? Ist es notwendig, dass ich auf die persönliche Anpassung meines Arbeitsgerätes verzichten soll? Was will Apple damit erreichen? Zufriedenheit ist es sicher nicht.
Tja und dann ist da der iTunes Store. Er ist unpraktisch und eigentlich eine Frechheit. Ich kann keine Lesezeichen auf interessante Apps setzen. Lade ich eines herum, schmeißt mich iTunes aus seinem Store und verlangt, mich neu einzuloggen. Die Suche nach Apps ist zudem eingeschränkt, ich kann nicht durch alle Apps scrollen nach 200 ist Schluss. Die Suche innerhalb des Stores ist albern und funktioniert nur über genau passende Schlagwörter. Verwandte Begriffe funktionieren gar nicht. Für den Musicstore von iTunes gilt es genauso. Mal ganz davon abgesehen, das die iTunes-Software eines der umständlichsten Musikverwaltungstools überhaupt ist. Dieses ewige Synchronisieren, beispielsweise auch dann, wenn ich nur einen Song übertragen möchte, ist eigentlich nicht akzeptabel. Kein Wunder, dass iPhone- und iPod-User ihr Gerät gern auch mit anderen Plattformen synchronsieren wollen.
Wie das funktioniert kann man einfach ergooglen und dabei stößt man vielleicht auch auf die Bluwiki-Seite. In einem Bluwiki-Artikel zum iPodhash wird beschrieben, wie iTunes die Synchronisierung mit diesen Plattformen limitiert. Nur darauf wollte der Bluwiki-Autor hinweisen. Selbstverständlich hatte Apple etwas dagegen. Mit einer einstweiligen Verfügung und der Begründung Bluwiki verstoße gegen den Digital Millennium Copyright Act (DMCA) mussten die Betreiber von Bluwiki diesen Artikel offline nehmen.
Das ist interessant und peinlich, denn ursprünglich ist der DMCA nur zum Schutz der eigenen Software und Anwendungen vor Copyrightverletzungen gedacht. Für Apple ist dies jedoch eine Einladung, um gegen mögliche Konkurrenten vorzugehen.

